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Stuttgart/Eltville, 04. Juli 2003: Die vierte Mitgliederversammlung von PEFC Deutschland e.V. fand am 02. Juli 2003 im Kloster Eberbach im Rheingau statt. 60 Mitglieder und Gäste waren gekommen, um sich über die aktuelle Situation der pan-europäischen Waldzertifizierung zu informieren. Als Referenten konnte der Vorsitzende Marian Freiherr von Gravenreuth den Chef der Hessischen Landesforstverwaltung, Ministerialdirigent Carsten Wilke, in Vertretung des Ministers Dietzel sowie aus Brüssel Edwin Mallory, den europäischen Geschäftsführer der „Forests Products Association of Canada“, begrüßen. Beide verurteilten auf das Schärfste die Absicht der Bundesregierung, die Holzbeschaffung einseitig auf ein einziges Zertifizierungssystem auszurichten. In seiner Begrüßungsrede nannte Marian Freiherr von Gravenreuth Glaubwürdigkeit als das oberste Ziel von PEFC. Auch wenn Stimmen lauter würden, die einen härteren Konfrontationskurs mit den Unterstützergruppen des Wettbewerbers FSC forderten, versprach Gravenreuth, den auf Sachlichkeit ausgerichteten Kurs beizubehalten. Der Dialog mit den Umweltverbänden, die PEFC kritisch gegenüberstehen, werde nach Aussage des PEFC-Vorsitzenden fortgesetzt, denn „steter Tropfen höhlt den Stein“. Die im Koalitionsvertrag der Regierungskoalition festgeschriebene Ausrichtung der Holzbeschaffung auf FSC bis Ende der Legislaturperiode nannte Gravenreuth „unmöglich und illegal“ sowie „einen groben handwerklichen Fehler, der Arbeitskräfte im ländlichen Raum vernichten kann.“ Ähnlich äußerte sich der Vertreter des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz, Carsten Wilke. Auch er sieht die Aussagen der Bundesminister Künast und Trittin im Gegensatz zur erforderlichen Marktneutralität des Staates. „Ich sehe eine massive Verletzung des Wettbewerbsrechtes in der Art und Weise, wie die Bundesregierung sich einseitig für FSC ausspricht. Wir alle verstehen Zertifizierungssysteme auch als wichtige Marketinginstrumente zur Verbesserung des Absatzes unserer Holzprodukte.“ „Und wenn eine Landesregierung sich positiv zu PEFC äußert, wird ihm sofort von den Umweltverbände massiv Einseitigkeit vorgeworfen.“ Wilke versicherte, dass „wir weiterhin das PEFC-System, für das sich die Hessische Staatsforstverwaltung eindeutig ausgesprochen hat, gemeinsam voranbringen werden.“ Nicht nur auf Länderebene, sondern auch auf internationaler Ebene stößt dieser Fehler der Bundesregierung auf Kritik. Edwin Mallory, dessen Verband 75 % der kanadischen Zellstoff-, Papier- und Holzindustrie repräsentiert, kündigte Widerstand an: „Immer dann, wenn wir Anzeichen dafür erkannten, dass eine Regierung eine Politik betrieb, die offensichtlich den Regeln der WTO zuwider laufen würde, haben wir gekämpft. So geschah es z.B. im Falle der Niederlande und im Vereinigten Königreich.“ Im Blick auf die deutschen Pläne verwies Mallory auf einen Brief der kanadischen Botschafterin in Berlin an 23 Bundestagsabgeordnete, die für einen tendenziösen Entschließungsantrag verantwortlich zeichnen. In dem Schreiben artikuliert die Botschafterin ihre Bedenken und fordert eine Beschaffungspolitik, bei der Forstprodukte, die nach einem glaubwürdigem Standard zertifiziert wurden, nicht durch das Raster fallen. |